Wasserstoff vs. Elektro: Wer ist besser?
- Simon Bongers

- 16. Apr. 2020
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Apr. 2020

Stell dir einmal vor du kommst mit einer Tankfüllung 750km weit, der Tankstopp geht genau so rasch wie du es bei bisherigen Verbrennungsmotoren gewohnt bist und noch dazu stößt dein Auspuff nichts weiter als reinsten Wasserdampf aus... Ein Traum? Nicht ganz!
Derzeit wird die Elektro-Mobilität allseits gehypt, fast alle Hersteller bringen immer mehr Elektrofahrzeuge auf den Markt und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klatscht sich angesichts der durchgesetzten Fahrverbote vielerorts zufrieden in Hände.
Es gibt jedoch eine Alternative, die wir zumindest nicht aus den Augen verlieren sollten: Das Brennstoffzellenauto.
Zugegeben, Brennstoffzellenfahrzeuge sind Elektrofahrzeuge! Für Autofahrer, die regelmäßig weitere Strecken zurücklegen, sind Brennstoffzellenfahrzeuge aber deutlich attraktiver. Selbes gilt auch für Fahrzeuge mit hohen Nutzlasten - wie z.Bsp. LKW.
Wie funktioniert ein Brennstoffzellenfahrzeug?
Wie oben erwähnt, haben auch Brennstoffzellenfahrzeuge einen Elektromotor.
Getankt wird Wasserstoff als stark komprimiertes Gas mit 700 Bar Druck an dafür konzipierten Wasserstofftankstellen. Die Speicherung erfolgt, ähnlich wie bei Erdgasfahrzeugen, in gut isolierten Tanks. Wasserstoff ist zwar leicht entzündlich, jedoch auch deutlich leichter als Luft und sehr flüchtig, daher besteht nur eine sehr geringe Explosionsgefahr.
In der Brennstoffzelle reagiert der Wasserstoff (H2) mit Sauerstoff (O2) zu Wasser (H2O). Dabei entsteht neben Wärme auch elektrischer Strom. Der Wasserdampf entweicht und der Strom treibt den Elektromotor an.
Woher kommt der Wasserstoff?
Das ist im Grunde auch das "Problem" dieses Antriebes, denn Wasserstoff kommt in der Natur nur in chemischen Verbindungen, wie z.Bsp. in Wasser oder Kohlenwasserstoff, vor.
Hauptsächlich wird Wasserstoff aus Kohlenwasserstoffen (z.Bsp. Erdgas, Erdöl, Kohle), oft als Nebenprodukt anderer industrieller Prozesse, gewonnen.
Weitere Herstellungsarten, wie die Wasser-Elektrolyse oder die Gewinnung bei der Gärung von Biomasse, werden derzeit noch getestet.
Gibt es schon Brennstoffzellenautos?
Das Angebot an Brennstoffzellenautos ist noch recht gering. TOYOTA hat mit seinem Mirai (500km Reichweite) bereits seit 2014 ein Brennstoffzellenfahrzeug im Portfolio. HYUNDAI hat erst 2018 mit dem Nexo (756km Reichweite) den Brennstoffzellenvorgänger ix35 Fuel Cell abgelöst und ein "modernes" Fahrzeug vorgestellt.
Mit dem GLC F-Cell hat Mercedes Benz, ebenfalls in 2018, ein Plug-in-Hybrid vorgestellt, welches neben der Brennstoffzelle auch über einen Lithium-Ionen-Akku verfügt. Die Reichweite wird mit 478km angegeben.
BMW befindet sich mit Concept-Cars noch in der Erprobung und verspricht ab 2022 eine Kleinserie auf Basis des X5.
Brennstoffzelle oder Akku?
Der Tankvorgang bei Wasserstoff ist deutlich schneller und komfortabler als bei einem E-Fahrzeug. Speicherung und Transport von Wasserstoff sind ebenfalls deutlich problemloser zu bewerkstelligen. Die Reichweite von Brennstoffzellenfahrzeugen liegt derzeit bei 500km und mehr, ohne schwere Akkus oder langwierige Tankstopps.
Allerdings gestaltet sich die Gewinnung von Wasserstoff als sehr aufwendig, weshalb man Brennstoffzellenfahrzeugen nur bedingt eine "Klimaneutralität" bescheinigen könnte. Das ist jedoch bei der Produktion von Lithium-Ionen-Akkus ebenso der Fall!
Die Produktion von Brennstoffzellenantrieben ist deutlich komplexer und damit teurer als die Produktion von Elektroantrieben durch Lithium-Ionen-Akkus.
In Summe ist also die Gewinnung/Produktion bei beiden Antrieben der "Haken" - im reinen Fahrbetrieb verglichen, ginge wohl eher das Brennstoffzellenfahrzeug als Sieger vom Platz.


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